Startseite

2024 wird die Buchhandlung Böttger 20 Jahre alt.

(Gründung im Herbst 2004 in Bonn Bad Godesberg)


-------------------------------------------------------------------------------

 Ausstellung

in den drei Galerieräumen im unteren Geschoss 

Adolphe Lechtenberg: ACADEMIA - EIN LEBEN LANG LERNEN
Arbeiten aus den Jahren 1981 bis 2024 

Der folgende Textausschnitt  ‚Über Farbe‘ 
des Kunstkritikers Adolf Behne wird auf Anregung von Adolphe Lechtenberg zitiert, dessen farbintensive Arbeiten in einer Auswahl aus 40 Jahren in den Galerieräumen bis zum 7. September 2024 gezeigt werden:

„… Was den heutigen gebildeten Kunstspießer vornehmlich kennzeichnet, ist ja seine Furcht vor der Farbe! Farbe ist nicht ‚fein‘. Fein ist perlgrau oder weiß. Blau ist ordinär, rot ist aufdringlich, grün ist kraß. ..., die Farblosigkeit ist das Kennzeichen der Bildung, weiß gleicht der Farbe europäischer Haut. Auf farbige Kunst, farbige Architektur, sieht der Kulturmensch unserer Zone herab wie auf farbige Leiber – mit einer Art von Grauen. Und woher diese Angst vor der Farbe? Der Spießer ahnt in der Farbe das Elementare, Unmittelbare, Hüllenlose. Jeder reine Farbklang ist ein Ton aus dem Universum, etwas Letztes, Entscheidendes – etwas, das uns selbst vor klare Entscheidungen stellt. Es ist daher ein Irrtum, wenn manche Kunstphilologen meinen, es komme dem Drange nach immer höherer Intensität der Farbe in der neuen Kunst kein eigener Wert zu, keine innere Notwendigkeit. Das tut es doch! Eben weil die Farbe Bote letzter kosmischer Dinge ist.“

in: Adolf Behne: Die Wiederkehr der Kunst. Berlin, Kurt Wolff 1919. S. 102

Adolf Behne war Mitglied des Arbeitsrates für Kunst.
Der Arbeitsrat für Kunst wurde 1918 in Berlin nach dem Modell der revolutionären Arbeiter-und Soldatenräte gegründet, als Vereinigung von avantgardistischen Künstlern und Schriftstellern mit revolutionärer Orientierung. 1921 wurde der Arbeitsrat aufgelöst.
Mitglieder waren u. a. die Architekten Max und Bruno Taut, Adolf Behne (Gründungsmitglied), Walter Gropius, die Maler César Klein, Georg Tappert, Lyonel Feininger, Karl Schmitt-Rottluff. Das Grau der Städte betrachteten sie als Symbol der kapitalistischen Ausbeutung.

Adolf Behnes Mappenwerk „Der Sieg der Farbe“ wurde 1933 im Jahr seiner Entlassung als Kunsthistoriker der Berliner Universität verboten. In Behnes Haus trafen sich regelmäßig u.a. Bruno und Max Taut, Hannah Höch, Hans Orlowski, Heinrich Zille und Karl Schmidt-Rottluff. Behne unterstützte die heimlichen Ausstellungen von ‚entarteten‘ Künstlern, die Hanna Bekker vom Rath in ihrer Schöneberger Wohnung ausrichtete.

Adolf Behne (1885 – 1948) war nach dem Krieg bis zu seinem Tod Professor an der staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Berlin. Mit seinem Vortrag ‚Entartete Kunst, eine Hitler-Lüge‘ eröffnete er 1945 die Volkshochschule in Wilmersdorf.

-------------------------------------------------------------------------------

Im
 
"Schaufenster" des Webshops

20 Titel aus dem Berenberg Verlag zur Veranstaltung am 28. Mai 2024

Tipp der Woche:

Isaac Kalimi: König Salomo: Mensch und Mythos

Auf den 8 Empfehlungslsten im Webshop:
Lyrik I + II (12 Titel)
Werkausgaben (6 Titel)
Tomás Gonzáles ( 6 Titel)
Jean Améry (6 Titel)
Hanjo Kesting (6 Titel)
Adam Zagajewski (6 Titel)
Michael Lentz (6 Titel)

Zusätzliche Informationen