Dienstag, 07.02.2022, 20 Uhr

Thomas Brasch: "Der Passagier - Welcome To Germany" BRD 1988, Farbe, 102 Min. Filmvorführung mit einer Einführung von Uwe Appelbe
 
Buch und Regie: Thomas Brasch, Kamera: Axel Block, Schnitt: Tanja Schmidtbauer, Musik: Günter Fischer, Darsteller: Tony Curtis (Mr. Cornfield), Katharina Thalbach (Sofie), Matthias Habich (Körner), Alexandra Stewart (Mrs. Cornfield), Charles Regnier (Silbermann)
 
1987 kommt der amerikanische Erfolgsregisseur Cornfield nach Berlin, um einen Film über die Entstehung eines antisemitischen Nazi-Films zu drehen, bei dem Juden als Komparsen missbraucht wurden. Er selbst gehörte zu den Juden, die aus dem Konzentrationslager ins Studio gebracht wurden und die traumatischen Ereignisse und der gewaltsame Tod seines Freundes, an dem er eine Mitschuld trägt, bestimmen sein Leben und die Entstehung des Films.
 
Braschs vierter und letzter Spielfilm ist eine geschickt komponierte Studie über Schuld, Selbsttäuschung und der Versuch, die Gespenster der Vergangenheit durch Kunst zu bannen. Ein „Schwarz-Weiß-Film in Farbe“, so nannte Thomas Brasch sein Werk; ein Drama auf vielen Ebenen, ein Film im Film, dabei getragen von dem Willen nach Authentizität und der Suche nach Wahrheit. Können wir der Vergangenheit durch Bilder habhaft werden? Oder betrügen Bilder, gaukeln uns eine falsche Wirklichkeit vor und verdunkeln den Blick auf das Vergangene?
Brasch nutzte die Sprache des Films, um über Erinnerung, Schuld und „Vergangenheitsbewältigung“ nachzudenken und schuf gleichzeitig ein stilvolles, bildreiches und spannendes Stück Kino.
 
Der Film wird durch einen Vortrag von Uwe Appelbe eingeleitet.

Der Abend soll auch Anlass sein, auf das vielgestaltige Werk des Schriftstellers Thomas Brasch aufmerksam zu machen.

 

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