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Asli Erdoğan

Asli Erdoğan erhält in diesem Jahr den Bruno–Kreisky-Preis für Menschenrechte.


Die internationale Jury der Kreisky-Stiftung würdigt damit ihr herausragendes Engagement für die Sicherung und Durchsetzung der Menschenrechte.

Asli Erdoğan, die nach mehreren Monaten in Untersuchungshaft am 29. Dezember gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde, ist von der türkischen Justiz wegen verschiedener Verbrechen angeklagt worden, unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation. Bei einer Verurteilung droht ihr lebenslange Haft. Mit der Auszeichnung protestiert die Kreisky-Stiftung zugleich gegen die massiven Einschränkungen von Menschenrechten in der Türkei.


Asli Erdogan: Die Stadt mit der roten Pelerine. Übersetzung: Angelika Gillitz-Acarund Angelika Hoch. Türkische Bibliothek im Unionsverlag 2016. 218 S. Kart. 20 €    

Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen. Weit entfernt hat sich dabei die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt Özgür den Leser durch die Labyrinthe dieser Metropole, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert.

Gleichzeitig ist die Stadt Impuls für ihr Schreiben und für die Schöpfung ihrer fiktiven Doppelgängerin Ö. – die beiden Erzählebenen, auf mannigfache Weise miteinander verflochten, spiegeln sich ineinander. Atemberaubend ist die nuancierte Feinzeichnung der Menschen, die in Liebe und Leid auf oftmals tödliche Weise miteinander verschmelzen.

"Wir folgen der Protagonistin durch ein Gestrüpp voller Mythen, Gefahren und Gewalten. Sie ist auf der Suche nach Leben, auf der Suche nach sich selbst. Sie hat flüchtige Liebschaften, sie will die Menschen verstehen, lernt die Sprache – doch sie bleibt immer die Fremde. Und sie verliert nach und nach den Boden unter den Füßen. Und über allem wirkt Rio, bleibt ständig gegenwärtig, röhrt und brüllt und lockt und reißt wie ein wildes Tier, ist nicht bloß Kulisse, sondern ganz real, es existiert. Ein verwickeltes und vielschichtiges Buch, aber bannend und aufwühlend bis zuletzt.
Asli Erdogan ist ein Meisterstück gelungen."           Stefan Berkholz, 
SWR 2, Forum Buch

"Was macht eine Türkin in Rio? Endlich ist sie frei – zugleich isoliert. Sie verfällt der Stadt und verfällt in ihr. Beeindruckend." Barbara Frischmuth, Die Presse, Wien
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