Donnerstag, 09.07.2026, 20 Uhr

Elisabeth Borchers zum 100. Geburtstag mit Rainer Weiss und einigen jüngeren Leuten, die ihre Auswahl aus dem Werk vortragen

Elisabeth Borchers zum 100. Geburtstag mit Rainer Weiss und zahlreichen, meist jüngeren Leuten, die seit einiger Zeit Gedichte von Elisabeth Borchers lesen und eine Auswahl zusammenstellen, die sie an dem Abend vortragen wollen. Mit oder ohne Kommentar!

„Das literarische Gewissen des Suhrkamp Verlags“ – Siegfried Unseld über Elisabeth Borchers

Eine Auswahl an Bänden mit der Lyrik von Elisabeth Borchers, eine Anzahl ihrer Anthologien sind im Sortiment.

Für die Veranstaltung hat Rainer Weiss seine Beteiligung an dem Abend zugesagt. Rainer Weiss war Lektor und Programmgeschäftsführer bei Suhrkamp. Er war ein enger Kollege von Elisabeth Borchers. Er wird viel Interessantes aus jener Zeit erzählen können, als Elisabeth Borchers wichtige Funktionen bei Suhrkamp inne hatte.

In seinem Verlag sind auch die Erinnerungen von Elisabeth Borchers unter dem Titel NICHT ZUR VERÖFFENTLICHUNG BESTIMMT erschienen:

Elisabeth Borchers: Nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Ein Fragment. Weissbooks 2018. 167 S. Geb. 22,00 €
„Wenn das gelingt, was mir Arnold empfohlen hat, müsste der Titel lauten: Nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Nach nahezu 40 Jahren ein rücksichtsloser Blick auf Verlag, Autoren, Bücher, Manuskripte …“

So beginnt ein Manuskript, das Elisabeth Borchers, die große Lyrikerin und legendäre Lektorin hinterlassen hat. Zwischen 1999 und 2005 hat sie an einem autobiographischen Text gearbeitet, den sie nicht beenden konnte. Auch wenn sie Arnold Stadlers Anregung zunächst folgt und von ihren Begegnungen mit Dichtern wie Bohumil Hrabal, Uwe Johnson, Martin Walser oder Jurek Becker erzählt und dabei sich nicht vor kräftigen Aussagen und harten Urteilen scheut, nehmen ihre Aufzeichnungen bald eine überraschende Wendung. Mehr und mehr gleitet sie ins eigene Ich, das Ich einer Frau, die sich im hohen Alter noch einmal der Wucht und der quälenden Macht einer großen Liebe aussetzt. Wie sie - eine grande dame par excellence - dieses Lieben erfährt, ist der Kristallisationspunkt dieses Fragment gebliebenen Manuskripts. Es ist ein ungemein ergreifendes Dokument.

Elisabeth Borchers wurde 1926 in Homberg am Niederrhein geboren und ist im September 2013 in Frankfurt gestorben.
Von 1945 bis 1954 war sie Dolmetscherin bei der französischen Besatzung. Von 1958 bis 1960 hielt sie sich in den USA auf. 1959 wurde sie Mitarbeiterin von Inge Aicher-Scholl an der Hochschule für Gestaltung Ulm.
In ihrem Leben war sie mit Literatur und Lyrik stets eng verbunden. Als Lektorin der
Verlage Luchterhand, dann Suhrkamp und Insel – dort war sie 27 Jahre - hatte sie großen Einfluss auf die gesamte Literaturszene. Sie entdeckte und förderte viele Autorinnen und Autoren.

Sie selbst verfasste zahlreiche Lyrikbände und und eine ganze Reihe von Kinderbüchern. Außerdem wurde sie als Herausgeberin einer Vielzahl von literarischen Anthologien mit Texten für Kinder und Erwachsene bekannt. Unter anderem übersetzte sie die sieben von Ivan Bilibin illustrierten Märchen aus der Volksmärchensammlung von Alexander Afanassjew aus dem Russischen und aus dem Französischen den Roman Paulina 1880 von Pierre Jean Jouve.

Elisabeth Borchers war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft.

Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen:

1965: Funkerzählerpreis des SDR
1967: Literaturpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
1976: Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim
1976: Deutscher Jugendbuchpreis mit Wilhelm Schlote für Heute wünsch ich mir ein Nilpferd
1986: Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg
1996: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
2012: Horst-Bienek-Preis für Lyrik










Bücher und Anthologien von Elisabeth Borchers liegen auf einem Büchertisch.

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