Dienstag, 13.10.2026, 20 Uhr

Prof. Dr. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger

Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Pantheon 2009. 717 S. Kart. 20,00 €

Werke von Ernst Jünger in Auswahl – zum Teil herausgegeben von Helmuth Kiesel:

Ernst Jünger: Strahlungen. Die Tagebücher des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit (1939-1948). Historisch-kritische Ausgabe. Herausgegeben von Helmuth Kiesel und Joana van de Löcht. Klett-Cotta 2022. 3 Bde. 2388 S. 3 Bände im Schuber

Ein editorisches Ereignis: die historisch-kritische Ausgabe von Ernst Jüngers »Strahlungen«
Die erstmalige Publikation der transkribierten Originaltexte.
Hier wird deutlich, mit welch stilistischer Brillanz Jünger seine präzisen Beobachtungen zu fassen wusste und welchen Einfluss der reiche Lektürehintergrund des Homme des Lettres auf seine Reflexionen ausübte.

Ernst Jünger: Kriegstagebuch. 1914-1918. Hrg. von Helmuth Kiesel. Klett-Cotta 2019. 660 S. Kart. 32,00 €
Mit dieser Ausgabe sind Ernst Jüngers Tagebuchhefte aus dem Ersten Weltkrieg erstmals als Taschenbuch zugänglich – ein einzigartiges literarisches und zeitgeschichtliches Dokument und eine editorische Sensation.

Ernst Jünger: Auf den Marmorklippen. Roman. Mit Materialien zu Entstehung, Hintergründen und Debatte. Hrsg. von Helmuth Kiesel. 400 S. Klett-Cotta 2017. Geb. 32,00 €

Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Historisch-kritische Ausgabe. Herausgegeben von Helmuth Kiesel. Klett-Cotta 2014. 1245 S. mit zahlr. Abb. 2 Bände im Schuber Geb. 98,00 €

Eine editorische Sensation: die historisch-kritische Ausgabe der »Stahlgewitter«

Diese Jahrhundertedition von Ernst Jüngers »In Stahlgewittern« schafft erstmals die Grundlage zur Beurteilung eines der meistdiskutierten deutschsprachigen Bücher des 20. Jahrhunderts.

Ernst Jünger: Sämtliche Werke in 22 Bänden. Klett-Cotta 2018. 11700 S. Kart. 549,00 €
Die Ernst Jünger-Gesamtausgabe erstmals vollständig im Taschenbuch
»Einzigartiger Zeuge der Zeit«, »der beste Feind der Moderne«, »Poet der Käfer«: Ernst Jünger, der zu den wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts zählt, hat ein Werk geschaffen, das so bedeutend wie umstritten ist.

Ernst Jünger / Carl Schmitt: Briefwechsel. Hrsg. von Helmuth Kiesel, Robert Boehringer, Georg P. Landmann, Elisabeth Höpker-Herberg und Marie-Odile Thirouin. 3. Aufl. Klett-Cotta 2022. 964 S. Geb. 88 € Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe

Schmitt avancierte zum »Kronjuristen des Dritten Reiches«, der 1936 allerdings kaltgestellt wurde. Jünger wahrte Distanz gegenüber den Nazis und wurde zum kritischen Beobachter und Chronisten der deutschen Verfehlung. Nach 1945 musste sich Schmitt mit einem glanzlosen Dasein in provinzieller Abgeschiedenheit begnügen, während Jünger zu einem vielbeachteten, wenn auch vielfach angefeindeten Autor aufsteigen konnte. Gleichwohl hielten Jünger und Schmitt über all diese Jahre hinweg Kontakt und reflektierten ihr Verhalten während dieser verwerfungsreichen Zeit in einem kontinuierlich geführten Briefwechsel, der größtenteils erhalten ist und hier ohne Einschränkung wiedergegeben wird: über 400 Briefe, bemerkenswert nicht nur als Quelle biographischer und werkgeschichtlicher Informationen, sondern auch als Dokumente eines Versuchs, die Tragik der eigenen Geschichte durch Bezugnahme auf mythologische, literarische und historische Existenzmuster zu verstehen und aushaltbar zu machen.


Prof. Dr. Helmuth Kiesel studierte von 1969 bis 1974 Germanistik und Geschichtswissenschaft in Tübingen. Dort wurde er 1976/77 mit einer Arbeit über literarische Hofkritik von Sebastian Brant bis Friedrich Schiller promoviert. 1984 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Alfred Döblins Exil- und Spätwerk. Nach Lehrstuhlvertretungen bzw. Professuren in Bochum, Tübingen und an der Universität Bamberg nahm er 1990 einen Ruf an die Universität Heidelberg an. Dort wurde er 2015 emeritiert. Kiesels Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1918 bis 1945.

Kiesel veröffentlichte unter anderem Monographien zu Ernst Jünger. Zudem wurde vor allem durch seinen Beitrag zur Debatte um Martin Walsers Buch Tod eines Kritikers einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er publizierte unter anderem zu Erich Kästner, Thomas Mann, Max Weber, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Gottfried Benn, Botho Strauß und Peter Handke.

Anfang Mai 2025 hat Helmuth Kiesel sein Buch „Schreiben in finsteren Zeiten. Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933 – 1945“, das im Verlag C.H.Beck erschienen ist, in der Buchhandlung vorgestellt. Eine beeindruckende Veranstaltung, die mich bewogen hat, Helmuth Kiesel erneut einzuladen, diesmal als den besten Kenner von Leben und Werk Ernst Jüngers.



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