Donnerstag, 22.10.2026, 20 Uhr
Orion - Petra Morsbach stellt ihren Roman vor
Petra Morsbach: Orion. Roman. Penguin Verlag 2026. 413 S. Geb. 26,00 €
Das Buch steht im Juli und im August mit 95 Punkten auf Platz 1 der SWR-Bestenliste.
Dort heißt es in einer ausführlichen, sehr lesenswerten Begründung:
„In diesem Jahr feiert Petra Morsbach ihren 70. Geburtstag, und wenn man auf das literarische Werk der Schriftstellerin blickt, zeigt sich eine ungeheure Variabilität in der Auswahl der Stoffe und der Schreibweisen. In den frühen 1980er Jahren studierte Morsbach in St. Petersburg, das damals noch Leningrad hieß. Ihr erster Roman „Plötzlich ist es Abend“ erzählt das Leben einer 1926 eben dort geborenen Frau, deren Vater ein von Stalin verfolgter Pope war. Morsbach ist eine Schriftstellerin, die sehr genau arbeitet und sich dementsprechend für ihre Bücher Zeit lässt, was im sich immer schneller drehenden Literaturbetrieb ungewöhnlich ist. Im Jahr 2017 erschien ihr brillantes Buch „Justizpalast“, für das sie unter anderem mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet wurde.
Neun Jahre hat es nun bis zum nächsten und mit rund 400 Seiten erfreulich umfangreichen Roman gebraucht. Morsbach erzählt in „Orion“ eine vermeintlich unspektakuläre Lebensgeschichte und wählt dafür einen geradezu demonstrativ sachlichen Tonfall: ‚Ich bekam einen Studienplatz im imposanten München, weit weg vom Dorf im ländlichen Westfalen. Mit etwas Glück fand ich ein günstig gelegenes Zimmer in einer WG: ein vergilbtes Zimmer im fünften Stock eines Rückgebäudes in der Schönfeldstraße, niedrig und düster, dafür fußläufig von Uni und Englischem Garten und durch einen weiteren Zufall schicksalhaft: Wenn ich durchs Hoftor trat, stand ich vor dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv.‘
Nora Meyer heißt die Frau, die hier von ihren Anfängen berichtet. Der Mann, den sie heiraten wird, ist Archivar. Nora wird Lehrerin, bekommt einen Sohn, wird geschieden, erkrankt und nimmt nach ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst einen Job als Archivarin an. Alles sehr unspektakulär. Und doch auch nicht, denn Nora gleicht ihr Leben permanent mit ihren Lektüren ab. Die Romane, die sie liest, werden zum Spiegel ihrer eigenen Existenz. Sie sind Erkenntnisinstrument, Trost und Halt. Wie Petra Morsbach ihre Allerweltsfigur auf diese Weise transzendiert, zeigt eindrucksvoll, was für eine literarische Könnerin sie ist.“
(30 Literaturkritiker*innen geben monatlich vier Neuerscheinungen ihrer Wahl Punkte (15, 10, 6, 3). Die Jury entscheidet autonom. Die Punkte, die für die Bücher abgegeben werden, ergeben die Platzierung. Auf die Liste dürfen nur Bücher gewählt werden, die deutschsprachig sind oder in deutscher Übersetzung erscheinen und die im genannten Monat erschienen sind. Ein Buch kann höchstens dreimal auf die Bestenliste gewählt werden.)
„Orion ist ein Bildungsroman im wortwörtlichen Sinne: Charakterreife stellt sich weniger durch das Erlebte, sondern durch das Erlesene ein. Leben und Literatur beeinflussen sich hier gegenseitig, da aber beide Sphären nicht immer plausibel zueinander passen wollen, ist Orion auch an vielen Stellen ein sehr komischer Roman.“ Die ZEIT
„Mit ihrem lakonischen Ton hilft sie uns, über unsere unbelehrbare, unbändig vitale und komische Welt zu lachen.“ Hubert Winkels
„In ›Orion‹ erzählt Petra Morsbach von einer Frau, die Menschen wie Bücher liest – und deren Blick auf andere auch unsere eigene Wahrnehmung radikal schärft.“ NDR-Kultur
Petra Morsbach, geboren 1956, studierte in München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. »Opernroman«, »Gottesdiener« und »Justizpalast«. Zuletzt erschien bei Penguin der Essayband »Der Elefant im Zimmer«. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Jean-Paul-Preis. 2017 erhielt sie den Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und den Wilhelm-Raabe-Preis.
Im März 2ß18 hat Petra Morsbach ihren Roman JUSTIZPALAST in der Buchhandlung vorgestellt.
Das Buch steht im Juli und im August mit 95 Punkten auf Platz 1 der SWR-Bestenliste.
Dort heißt es in einer ausführlichen, sehr lesenswerten Begründung:
„In diesem Jahr feiert Petra Morsbach ihren 70. Geburtstag, und wenn man auf das literarische Werk der Schriftstellerin blickt, zeigt sich eine ungeheure Variabilität in der Auswahl der Stoffe und der Schreibweisen. In den frühen 1980er Jahren studierte Morsbach in St. Petersburg, das damals noch Leningrad hieß. Ihr erster Roman „Plötzlich ist es Abend“ erzählt das Leben einer 1926 eben dort geborenen Frau, deren Vater ein von Stalin verfolgter Pope war. Morsbach ist eine Schriftstellerin, die sehr genau arbeitet und sich dementsprechend für ihre Bücher Zeit lässt, was im sich immer schneller drehenden Literaturbetrieb ungewöhnlich ist. Im Jahr 2017 erschien ihr brillantes Buch „Justizpalast“, für das sie unter anderem mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet wurde.
Neun Jahre hat es nun bis zum nächsten und mit rund 400 Seiten erfreulich umfangreichen Roman gebraucht. Morsbach erzählt in „Orion“ eine vermeintlich unspektakuläre Lebensgeschichte und wählt dafür einen geradezu demonstrativ sachlichen Tonfall: ‚Ich bekam einen Studienplatz im imposanten München, weit weg vom Dorf im ländlichen Westfalen. Mit etwas Glück fand ich ein günstig gelegenes Zimmer in einer WG: ein vergilbtes Zimmer im fünften Stock eines Rückgebäudes in der Schönfeldstraße, niedrig und düster, dafür fußläufig von Uni und Englischem Garten und durch einen weiteren Zufall schicksalhaft: Wenn ich durchs Hoftor trat, stand ich vor dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv.‘
Nora Meyer heißt die Frau, die hier von ihren Anfängen berichtet. Der Mann, den sie heiraten wird, ist Archivar. Nora wird Lehrerin, bekommt einen Sohn, wird geschieden, erkrankt und nimmt nach ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst einen Job als Archivarin an. Alles sehr unspektakulär. Und doch auch nicht, denn Nora gleicht ihr Leben permanent mit ihren Lektüren ab. Die Romane, die sie liest, werden zum Spiegel ihrer eigenen Existenz. Sie sind Erkenntnisinstrument, Trost und Halt. Wie Petra Morsbach ihre Allerweltsfigur auf diese Weise transzendiert, zeigt eindrucksvoll, was für eine literarische Könnerin sie ist.“
(30 Literaturkritiker*innen geben monatlich vier Neuerscheinungen ihrer Wahl Punkte (15, 10, 6, 3). Die Jury entscheidet autonom. Die Punkte, die für die Bücher abgegeben werden, ergeben die Platzierung. Auf die Liste dürfen nur Bücher gewählt werden, die deutschsprachig sind oder in deutscher Übersetzung erscheinen und die im genannten Monat erschienen sind. Ein Buch kann höchstens dreimal auf die Bestenliste gewählt werden.)
„Orion ist ein Bildungsroman im wortwörtlichen Sinne: Charakterreife stellt sich weniger durch das Erlebte, sondern durch das Erlesene ein. Leben und Literatur beeinflussen sich hier gegenseitig, da aber beide Sphären nicht immer plausibel zueinander passen wollen, ist Orion auch an vielen Stellen ein sehr komischer Roman.“ Die ZEIT
„Mit ihrem lakonischen Ton hilft sie uns, über unsere unbelehrbare, unbändig vitale und komische Welt zu lachen.“ Hubert Winkels
„In ›Orion‹ erzählt Petra Morsbach von einer Frau, die Menschen wie Bücher liest – und deren Blick auf andere auch unsere eigene Wahrnehmung radikal schärft.“ NDR-Kultur
Petra Morsbach, geboren 1956, studierte in München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. »Opernroman«, »Gottesdiener« und »Justizpalast«. Zuletzt erschien bei Penguin der Essayband »Der Elefant im Zimmer«. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Jean-Paul-Preis. 2017 erhielt sie den Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und den Wilhelm-Raabe-Preis.
Im März 2ß18 hat Petra Morsbach ihren Roman JUSTIZPALAST in der Buchhandlung vorgestellt.