Donnerstag, 03.09. 2026, 20 Uhr
Michael Schikowski: Max von der Grün zum 100. Geburtstag
Michael Schikowski schreibt zu seiner Veranstaltung:
„Mit Irrlicht und Feuer von Max von der Grün erschien 1963 eine für das lesende Publikum vollkommen neue Art von Literatur. War sein Erstling Männer in zweifacher Nacht aus dem Jahr zuvor noch weitgehend unbeachtet geblieben, wurde diese Provokation der restaurativen Zeit der frühen 60er Jahre sehr viel ernster genommen.
Das literarische Neuland, das der Bergmann und Autor Max von der Grün damit betrat, wurde bereits von der Gründung der Dortmunder Gruppe 61 vorbereitet, die sich selbst als Zäsur gegenüber der Nachkriegsliteratur verstand. Doch wurde von der Grüns Darstellung der Arbeitswelt unter Tage auch von der IG Bergbau scharf zurückgewiesen.
Von der Grüns Anspruch war, wie es bei ihm heißt, frei von politischen und staatlichen Aufträgen und Richtlinien mit den sozialen und menschlichen Problemen der industriellen Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Von der Welt und Menschen verändernden Kraft der Literatur war er überzeugt: Ob Literatur die Welt verändern kann? Mich hat die Literatur verändert – und in bin Teil dieser Welt.“
Max von der Grün (1926 in Bayreuth - 2005 in Dortmund) war nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre als Bergmann tätig. Seine ersten Romane „Männer in zweifacher Nacht“ von 1962 und sein berühmtes Buch „Irrlicht und Feuer“ aus dem Jahr 1963 setzen sich mit der Lebenswelt der Bergleute auseinander. „Irrlicht und Feuer“ sorgte für öffentliche Kontroversen mit gerichtlicher Auseinandersetzung, da man von der Grün vorwarf, er habe eine Unfallserie im Bergbau bewusst unwahr dargestellt. Von der Grün verlor seine Arbeit und lebte fortan als freier Schriftsteller. Der Roman „Irrlicht und Feuer“ wurde allerdings zu einem Bestseller, nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Großes Aufsehen erregte eine DDR-Verfilmung, die auch von der ARD ausgestrahlt wurde. Von der Grün setzte sich in weiteren Romanen und Erzählungen mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen für einen erneuerten deutschen Staat auf demokratischer Grundlage und mit der Gewerkschaftsbewegung auseinander auseinander.
Gemeinsam mit Fritz Hüser und Walter Köpping gründete Max von der Grün 1961 in Dortmund die „GRUPPE 61“. Zu der Gruppe gehörten u.a. Josef Reding, Günther Wallraff, Wolfgang Körner, Peter-Paul Zahl und Angelika Mechtel. Durch die Gruppe sollten Arbeiter, die schriftstellerisch tätig waren, mit Lektoren, Kritikern und Journalisten zusammenkommen, um der schriftstellerische Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt mehr Beachtung zu verschaffen.
Der Gruppe gehörten unter anderem Josef Reding, Günter Wallraff, Angelika Mechtel, Peter-Paul Zahl, Willy Bartock, Hans K. Wehren, Wolfgang Körner, Walter Köpping und Günter Westerhoff an.
Der WERKKREIS DER LITERATUR DER ARBEITSWELT wurde Ende der 60iger Jahre u.a. in Gelsenkirchen-Buer gegründet. Der Werkkreis ist von Max von der Grün und der Gruppe 61 entscheidend beeinflusst. Im Fischer-Verlag erschienen bis Anfang 1988 in einer Taschenbuchreihe 60 Titel des Werkkreises mit einer Gesamt-Auflage von über 1 Million Büchern.
Max von der Grüns Verdienst ist es, dass er die Arbeiterliteratur in Deutschland wiederbelebt und zu einer festen Größe gemacht hat.
Eine Auswahl seiner Bücher:
Max von der Grün Werkausgabe in 10 Bänden. Pendragon 2011. 3660 S. Geb. 198,00 €
Sämtliche Bände der Werkausgabe sind in gebundenen Ausgaben erschienen. Jeder Band enthält als Bonustexte weitere Erzählungen, Reportagen und Erinnerungen. Ehemalige Weggefährten des Schriftstellers, renommierte Autoren oder Germanisten verfassten die jeweiligen Nachworte.
I: Männer in zweifacher Nacht. Roman
II: Irrlicht und Feuer. Roman
III: Zwei Briefe an Pospischiel. Roman
IV: Stellenweise Glatteis. Roman
V: Flächenbrand. Roman
VI: Späte Liebe. Roman
VII: Die Lawine. Roman
VIII: Springflut. Roman
IX: Ein Bild von Eintracht und Verlorenheit. Erzählungen
X: Wenn der tote Rabe vom Baum fällt. Prosa
Die Bände sind auch einzeln erhältlich.
---, Vorstadtkrokodile. cbt 2006. 160 S. Kart. 8,00 €
„Betreten verboten!“ steht an der verlassenen Ziegelei, dem Geheimquartier der „Krokodiler“. Wer zur Bande von Olaf und seinen Freunden gehören will, muss eine gefährliche Mutprobe bestehen und gut Radfahren können. Aber was soll Kurt tun, der im Rollstuhl sitzt? Da macht Kurt mit seinem Fernglas eine Beobachtung ... Und beweist, dass er mindestens genauso viel Mut hat wie die anderen. Nur eben auf eine besondere Weise.
Ein Klassiker der Kinderliteratur: Eine zeitlose Geschichte über Freundschaft, Mut und Vertrauen
Lesebuch Max von der Grün. Hrsg. von Wolfgang Delseit und Volker Zaib. Aisthesis 2013. 155 S. Kart. 8,50 €
Dieses Lesebuchs möchte die drei Fassetten des Werks von Max von der Grün ›lesbar‹ machen: die Prosa des Romanschriftstellers und Erzählers, der die Arbeitswelt und ihre Veränderung ins Visier nimmt, die journalistischen Beiträge des gesellschaftlich Engagierten, der sich einmischt und Stellung bezieht, und die Aufsätze des Kulturkritikers, der sich mit Literatur, Kultur und deren Vermarktung auseinandersetzt.
„Ich sehe immer nur Menschen, und wenn die Menschen, die ich beschreibe, nun einmal zufällig Arbeiter seien, so liegt dies daran, dass ich am meisten mit Arbeitern gelebt habe.“
Max von der Grün, 24. August 1974
Michael Schikowski ist als freier Verlagsvertreter tätig. Er war Lehrbeauftragter an den Universitäten Bonn und Düsseldorf. Seit einigen Jahren hat er sich als Rezensent bei Deutschlandradio Kultur und mit literarischen Lesungen einen Namen gemacht. Er publiziert zu Büchern und Buchkultur. Zuletzt gründete er den Mülheimer Literaturclub in Köln. Auf www.immer-schoen-sachlich.de – ursprünglich ein Sachbuch-Blog –, veröffentlicht er regelmäßig Ansichten zur Literatur.
Im Jahr 2010 erschien von Michael Schikowski im Bramann Verlag „Immer schön sachlich. Kleine Geschichte des Sachbuchs“. Die Publikation ist auch auf ‚sachbuchforschung.de‘ als Arbeitsblatt für die Sachbuchforschung zugänglich, bleibt aber als Buch weiterhin erhältlich:
Michael Schikowski und Erhard Schütz: Immer schön sachlich. Kleine Geschichte des Sachbuchs. 1870-1918. Bramann 2010. 96 S. Kart. 16,00 €
„Mit Irrlicht und Feuer von Max von der Grün erschien 1963 eine für das lesende Publikum vollkommen neue Art von Literatur. War sein Erstling Männer in zweifacher Nacht aus dem Jahr zuvor noch weitgehend unbeachtet geblieben, wurde diese Provokation der restaurativen Zeit der frühen 60er Jahre sehr viel ernster genommen.
Das literarische Neuland, das der Bergmann und Autor Max von der Grün damit betrat, wurde bereits von der Gründung der Dortmunder Gruppe 61 vorbereitet, die sich selbst als Zäsur gegenüber der Nachkriegsliteratur verstand. Doch wurde von der Grüns Darstellung der Arbeitswelt unter Tage auch von der IG Bergbau scharf zurückgewiesen.
Von der Grüns Anspruch war, wie es bei ihm heißt, frei von politischen und staatlichen Aufträgen und Richtlinien mit den sozialen und menschlichen Problemen der industriellen Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Von der Welt und Menschen verändernden Kraft der Literatur war er überzeugt: Ob Literatur die Welt verändern kann? Mich hat die Literatur verändert – und in bin Teil dieser Welt.“
Max von der Grün (1926 in Bayreuth - 2005 in Dortmund) war nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre als Bergmann tätig. Seine ersten Romane „Männer in zweifacher Nacht“ von 1962 und sein berühmtes Buch „Irrlicht und Feuer“ aus dem Jahr 1963 setzen sich mit der Lebenswelt der Bergleute auseinander. „Irrlicht und Feuer“ sorgte für öffentliche Kontroversen mit gerichtlicher Auseinandersetzung, da man von der Grün vorwarf, er habe eine Unfallserie im Bergbau bewusst unwahr dargestellt. Von der Grün verlor seine Arbeit und lebte fortan als freier Schriftsteller. Der Roman „Irrlicht und Feuer“ wurde allerdings zu einem Bestseller, nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Großes Aufsehen erregte eine DDR-Verfilmung, die auch von der ARD ausgestrahlt wurde. Von der Grün setzte sich in weiteren Romanen und Erzählungen mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen für einen erneuerten deutschen Staat auf demokratischer Grundlage und mit der Gewerkschaftsbewegung auseinander auseinander.
Gemeinsam mit Fritz Hüser und Walter Köpping gründete Max von der Grün 1961 in Dortmund die „GRUPPE 61“. Zu der Gruppe gehörten u.a. Josef Reding, Günther Wallraff, Wolfgang Körner, Peter-Paul Zahl und Angelika Mechtel. Durch die Gruppe sollten Arbeiter, die schriftstellerisch tätig waren, mit Lektoren, Kritikern und Journalisten zusammenkommen, um der schriftstellerische Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt mehr Beachtung zu verschaffen.
Der Gruppe gehörten unter anderem Josef Reding, Günter Wallraff, Angelika Mechtel, Peter-Paul Zahl, Willy Bartock, Hans K. Wehren, Wolfgang Körner, Walter Köpping und Günter Westerhoff an.
Der WERKKREIS DER LITERATUR DER ARBEITSWELT wurde Ende der 60iger Jahre u.a. in Gelsenkirchen-Buer gegründet. Der Werkkreis ist von Max von der Grün und der Gruppe 61 entscheidend beeinflusst. Im Fischer-Verlag erschienen bis Anfang 1988 in einer Taschenbuchreihe 60 Titel des Werkkreises mit einer Gesamt-Auflage von über 1 Million Büchern.
Max von der Grüns Verdienst ist es, dass er die Arbeiterliteratur in Deutschland wiederbelebt und zu einer festen Größe gemacht hat.
Eine Auswahl seiner Bücher:
Max von der Grün Werkausgabe in 10 Bänden. Pendragon 2011. 3660 S. Geb. 198,00 €
Sämtliche Bände der Werkausgabe sind in gebundenen Ausgaben erschienen. Jeder Band enthält als Bonustexte weitere Erzählungen, Reportagen und Erinnerungen. Ehemalige Weggefährten des Schriftstellers, renommierte Autoren oder Germanisten verfassten die jeweiligen Nachworte.
I: Männer in zweifacher Nacht. Roman
II: Irrlicht und Feuer. Roman
III: Zwei Briefe an Pospischiel. Roman
IV: Stellenweise Glatteis. Roman
V: Flächenbrand. Roman
VI: Späte Liebe. Roman
VII: Die Lawine. Roman
VIII: Springflut. Roman
IX: Ein Bild von Eintracht und Verlorenheit. Erzählungen
X: Wenn der tote Rabe vom Baum fällt. Prosa
Die Bände sind auch einzeln erhältlich.
---, Vorstadtkrokodile. cbt 2006. 160 S. Kart. 8,00 €
„Betreten verboten!“ steht an der verlassenen Ziegelei, dem Geheimquartier der „Krokodiler“. Wer zur Bande von Olaf und seinen Freunden gehören will, muss eine gefährliche Mutprobe bestehen und gut Radfahren können. Aber was soll Kurt tun, der im Rollstuhl sitzt? Da macht Kurt mit seinem Fernglas eine Beobachtung ... Und beweist, dass er mindestens genauso viel Mut hat wie die anderen. Nur eben auf eine besondere Weise.
Ein Klassiker der Kinderliteratur: Eine zeitlose Geschichte über Freundschaft, Mut und Vertrauen
Lesebuch Max von der Grün. Hrsg. von Wolfgang Delseit und Volker Zaib. Aisthesis 2013. 155 S. Kart. 8,50 €
Dieses Lesebuchs möchte die drei Fassetten des Werks von Max von der Grün ›lesbar‹ machen: die Prosa des Romanschriftstellers und Erzählers, der die Arbeitswelt und ihre Veränderung ins Visier nimmt, die journalistischen Beiträge des gesellschaftlich Engagierten, der sich einmischt und Stellung bezieht, und die Aufsätze des Kulturkritikers, der sich mit Literatur, Kultur und deren Vermarktung auseinandersetzt.
„Ich sehe immer nur Menschen, und wenn die Menschen, die ich beschreibe, nun einmal zufällig Arbeiter seien, so liegt dies daran, dass ich am meisten mit Arbeitern gelebt habe.“
Max von der Grün, 24. August 1974
Michael Schikowski ist als freier Verlagsvertreter tätig. Er war Lehrbeauftragter an den Universitäten Bonn und Düsseldorf. Seit einigen Jahren hat er sich als Rezensent bei Deutschlandradio Kultur und mit literarischen Lesungen einen Namen gemacht. Er publiziert zu Büchern und Buchkultur. Zuletzt gründete er den Mülheimer Literaturclub in Köln. Auf www.immer-schoen-sachlich.de – ursprünglich ein Sachbuch-Blog –, veröffentlicht er regelmäßig Ansichten zur Literatur.
Im Jahr 2010 erschien von Michael Schikowski im Bramann Verlag „Immer schön sachlich. Kleine Geschichte des Sachbuchs“. Die Publikation ist auch auf ‚sachbuchforschung.de‘ als Arbeitsblatt für die Sachbuchforschung zugänglich, bleibt aber als Buch weiterhin erhältlich:
Michael Schikowski und Erhard Schütz: Immer schön sachlich. Kleine Geschichte des Sachbuchs. 1870-1918. Bramann 2010. 96 S. Kart. 16,00 €