Dienstag, 19.10.2021, 20 Uhr

Etel Adnan - vorgestellt von Klaudia Ruschkowski

Etel Adnan, Dichterin, Schriftstellerin, Philosophin und Malerin, wurde 1925 in Beirut geboren. Ihre Mutter war eine christliche Griechin aus Smyrna, ihr Vater ein muslimischer Syrer aus Damaskus. Sie besuchte französische Schulen in Beirut, studierte ab 1949 Philosophie an der Sorbonne in Paris und ging 1955 in die USA.
Von 1957 bis 1972 unterrichtete sie Philosophy of Arts in San Rafael, Kalifornien. 1972 kehrte sie nach Beirut zurück, war Feuilletonredakteurin für Al-Safa und L’Orient-Le Jour. 1976, nach Ausbruch des Bürgerkriegs, musste sie den Libanon verlassen, ging zunächst nach Paris und ließ sich 1979 im kalifornischen Sausalito nieder.
2010 wurde sie vom Radius of Arab-American Writers für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und erhielt zugleich den Arab American Book Award. Seit 2012 lebt sie wieder in Paris.
Im selben Jahr wurde sie eingeladen, ihr malerisches Werk in einem eigenen Raum auf der dOCUMENTA (13) zu zeigen. Seitdem sind ihre Arbeiten weltweit in Ausstellungen der wichtigsten Museen und Galerien zu sehen.

Werke von Etel Adnan 
in der Übersetzung von Klaudia Ruschkowski in der Edition Nautilus (Auswahl): 
 
Zeit (2021) 144 S. Geb. 22 € (2020 ausgezeichnet mit dem Griffin Poetry Prize)
 
Sturm ohne Wind (2019) Gedichte | Prosa | Essays | Gespräche
Herausgegeben von Hanna Mittelstädt & Klaudia Ruschkowski. 560 S. Kart. 38 €

Nacht (2016) - Darin: Brief an eine junge Dichterin. 96 S. Geb. 20,00 €

Reise zum Mount Tamalpais (2008) Reflexionen. 96 S. mit Illustrationen. Geb. 20 €

Etel Adnan: Die Sonne zergeht auf der Zunge. Zu Heiner Müller. 2004. 128 S. Kart. 14,90 €
Inhalt:
Etel Adnan: Jenin, Gedicht engl./dt. - La mise a mort de Philoctète, Essay frz./dt. - Le soleil fond sur langue, Essay frz./dt. - Etel Adnan, Majakowski, Gedichtzyklus, engl./dt., 13 Gedichte
Heiner Müller: Faksimiles von Manuskripten zu Philoktet / Faksimile des Gedichtes Majakowski

weitere Titel von Etel Adnan bei Suhrkamp:
Paris,Paris // Arabische Apokalypse // Im Herzen des Herzens eines Landes // Der Herr der Finsternis // Sitt Marie-Rose
 
Klaudia Ruschkowski,1959 in Dortmund geboren, ist Autorin und Dramaturgin, Herausgeberin und Kuratorin und arbeitet als literarische Übersetzerin aus dem Englischen und Italienischen. Sie wirkte an verschiedenen deutschen Theatern, leitete im Duo ein europäisches Kulturzentrum, entwickelte internationale Werkstätten zu Stücken von Heiner Müller. Sie konzipiert künstlerisch-literarische Projekte und Hörspiele. Einer ihrer Schwerpunkte ist das Werk von Etel Adnan, das sie übersetzt und herausgibt. Magnete ihres Schaffens sind Margaret Fuller und Elsa Morante. Sie lebt zwischen Volterra und Berlin.
Im Juni 2021 erscheint im Verlagshaus Römerweg Wiesbaden ihr Roman ROT, SAGTE ER – das erste Buch einer Trilogie, die in und um Volterra spielt.

Zahlreiche Bücher, die Klaudia Ruschkowski übersetzt und/oder herausgegeben hat, befinden sich im Sortiment.

Etel Adnan erhält Lichtwark-Preis 2021

7. Juli 2021, 14:44 Uhr Quelle: dpa

Hamburg (dpa) - Der Lichtwark-Preis 2021 wird der aus dem Libanon stammenden und in Paris lebenden Künstlerin Etel Adnan für ihr Lebenswerk verliehen. "Ihre politisch aufgeladenen literarischen Werke beschreiben die weltlichen Zustände und ihre Zusammenhänge und sind eine starke Stimme des Feminismus und der Friedensbewegung. Ihre Malerei vermittelt ungefiltert die Freude der Künstlerin am Leben", teilte die Hamburger Kulturbehörde am Mittwoch mit. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll am 18. November in der Hamburger Kunsthalle verliehen werden.

Etel Adnan, geboren 1925, hat in Galerien und Museen in Paris, San Francisco, New York, Zürich und Bern ausgestellt. 2012 erhielt sie eine Retrospektive auf der Documenta 13. Die deutsche Übersetzung ihres literarischen Werks wird in der Edition Nautilus in Hamburg verlegt.

Der Preis wird alle vier Jahre von Senat und Bürgerschaft an Künstlerinnen und Künstler verliehen, deren Werke der bildenden Kunst sich durch besondere Innovationskraft auszeichnen. Namensgeber ist der Gründungsdirektor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark.


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