Donnerstag, 25.06.2026, 20 Uhr

Renate Schmidgall: Kein Verlass auf Uhren und Gestirne. Gedichte
 
Renate Schmidgall: Kein Verlass auf Uhren und Gestirne. Mit einer Nachbemerkung von Michael Krüger. Secession, Berlin 2025. 143 S. Kart. 18 €

Dieser Band steht unter den 10 deutschsprachigen Lyrikbänden auf der Empfehlungsliste LYRIK 2026 - ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, dem Lyrik Kabinett, dem Haus für Poesie und dem Deutschen Bibliotheksverband.

Ich danke diesen Institutionen für die Unterstützung bei der Durchführung des Lesung von Renate Schmidgall in meiner Buchhandlung!
https://www.lyrik-empfehlungen.de/2026


Empfohlen wird der Band von Rüdiger Görner mit folgenden Worten: „Die Gedichte einer versierten Übersetzerin polnischer Lyrik arbeiten selbst versiert mit Anspielungen auf Alltägliches. Sie überzeugen durch ihre diskreten poetischen Momentaufnahmen, die jedoch von Dauerhaftem wissen. Aus Herbstzeitlosen wird dabei die Zeile »Der Herbst ist zeitlos«. Auf Hölderlins »Hälfte des Lebens« spielt das Verspaar an: »woher nehme ich jetzt / das Rascheln des Lichts?« Mit diesem Vers schließt das Gedicht »Elegie auf eine Erle«, wie überhaupt Naturphänomene diese Gedichte prägen – das auch im übertragenen Sinn, etwa wenn vom »Erwachen« die Rede ist, die »verworrenen Träume« noch nah sind und »draußen Schnee schräger fällt«. In solchen Augenblicken registriert das Ich das Unvermutete: »Die erkaltete Lava in mir.« Diese Gedichte überzeugen aufgrund ihrer evokativen Diskretheit. Manche von ihnen gleichen einem Hauch aus Wörtern, der eingeatmet sein will.“

Renate Schmidgall wurde 1955 in Heilbronn geboren. Nach dem Studium der Slavistik und Germanistik war sie von 1983 bis 1996 Mitarbeiterin am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt.

Seit 1996 ist sie freie Übersetzerin aus dem Polnischen. Ganz besonders wichtig sind mir ihre Übersetzungen von Adam Zagajewski, Zbigniew Herbert, Tadeusz Dąbrowski, Andrzej Stasiuk, Wisława Szymborska, Krytyna Dąbrowska, Jacek Dehnel, Witold Gombrowicz und Jakub Małecki.

Als Autorin hat sie in den Akzenten, in der FAZ und in Sinn und Form publiziert. Ein Gedichtband von ihr ist in Polen erschienen und der zweite in Deutschland, den sie in der Veranstaltung vorstellen wird.

Renate Schmidgall hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten:

Jane Scatcherd-Preis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung (2001)

Europäischer Übersetzerpreis Offenburg (2006)

Karl-Dedecius-Preis (2009)

Preis des Polnischen PEN-Clubs (2015)

Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung (2017)

Preis der polnischen Autorenvereinigung ZAiKS (2023)

Übersetzerpreis Ginkgo-Biloba für Lyrik (2025)











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