Freitag, 17.04. 2026, 20 Uhr
Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht: Mein Leben auf Halbdistanz
Hans Ulrich Gumbrecht: Sepp. Mein Leben auf Halbdistanz. Suhrkamp 03/2026. 493 S. Geb. 30,00 €
Weder für das Lesen noch für das Schreiben habe er eine Leidenschaft, behauptet Hans Ulrich Gumbrecht, und doch gehört er zu den bedeutendsten und produktivsten Geisteswissenschaftlern der Gegenwart. In ironischer Halbdistanz blickt der emeritierte Stanford-Professor auf mehr als ein halbes Jahrhundert Lebensgeschichte zurück. Alles beginnt 1948 im zerbombten Würzburg, aber schon bald lockt ihn sein Ehrgeiz auf eine atemberaubende Reise rund um den Globus. Am berühmten Lycée Henri IV eifert er im Paris der 1960er Jahre dem Habitus französischer Intellektueller nach, in Salamanca beginnt er zu schreiben, an der Copacabana spürt er die Präsenz der Vergangenheit und im Silicon Valley erlebt er die Geburt einer neuen Form des Denkens.
Mit charmanter Unbescheidenheit und in strahlender Intensität beschwört Gumbrecht Szenen für die Ewigkeit herauf: einen Sündenfall vor der Erstkommunion, Lunch mit Michel Foucault, drei Sätze mit Neymar, eine Gefängnisnacht in San José und einen Puma im Schnee der Anden. So entsteht das Bild eines Intellektuellenlebens, dessen Kraft sich am Ende nicht in abstrakten Urteilen verdichtet, sondern in einem Namen, der diesseits und jenseits des Atlantiks leicht über die Lippen geht: Sepp.
Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht, geboren 1948, ist emeritierter Albert Guérard Professor in Literature an der Stanford University, Distinguished Professor of Romance Literatures an der Hebrew University, Jerusalem, und Distinguished Professor Emeritus an der Universität Bonn. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Kulturpreis der Stadt Würzburg.
Bücher von Hans Ulrich Gumbrecht - eine kleine Auswahl
Hans Ulrich Gumbrecht: 1926. Ein Jahr am Rand der Zeit. Suhrkamp 2025. 554 S. Kart. 30 €
---, Leben der Stimme. Ein Versuch über Nähe. 2025. 268 S. Geb. 30,00 €
Gesellschaftliches Leben findet seit Menschengedenken primär im Medium der Stimme statt. Daran haben auch die epochalen Erfindungen von Schrift und Buchdruck oder elektronische Technologien nichts geändert. Vielleicht erklären die Unvordenklichkeit der Stimme und ihre elementare Funktionsvielfalt, warum die Geistes- und Kulturwissenschaften sie weitgehend übersehen haben. In Leben der Stimme unternimmt Hans Ulrich Gumbrecht entschlossene Denkschritte in diesem komplexen Bereich menschlicher Existenz.
Mit großem Respekt vor der ungeordneten Allgegenwart des Phänomens, aber nicht ohne klare begriffliche Unterscheidungen erhellt er in den sieben Kapiteln dieses faszinierenden Buches die Bedeutung und den Status der Stimme aus historischer, philosophischer, psychologischer, soziologischer und theologischer Perspektive. Jenseits akademischer Vermessungen ergibt sich daraus ein Impuls zu persönlicher Reflexion über unerschlossene Schichten von Nähe im individuellen Alltag.
…, Präsenz. Suhrkamp 2012. 360 S. Kart. 24,00 €
…, »Prosa der Welt« Denis Diderot und die Peripherie der Aufklärung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Mit zahlreichen Abbildungen.Suhrkamp 2020. 400 S. Geb. 36,00 €
Entlang von Szenen aus Diderots bewegtem und bewegendem Leben und in genauen Lektüren seiner Schlüsselwerke geht Hans Ulrich Gumbrecht in seinem Buch dieser Frage nach und entwickelt einen neuen Zugang zu diesem außergewöhnlichen Intellektuellen. Als Kontrastfolie dient ihm dabei das Systemdenken Hegels, der von Diderots Texten ebenso irritiert wie fasziniert war und sie unter den Begriff einer »Prosa der Welt« brachte.
Gumbrecht zeigt, wie radikal sich Diderot auf die Konkretheiten und Kontingenzen der Welt eingelassen hat und dadurch ins Zentrum einer intellektuellen Peripherie gelangt ist, in die es noch andere zog: Goya zum Beispiel, aber auch Lichtenberg und Mozart. Die Denkbewegungen dieser Peripherie erreichen uns heute als die von Zeitgenossen.
…, Die Macht der Philologie. Über einen verborgenen Impuls im wissenschaftlichen Umgang mit Texten. Suhrkamp 2004. 140 S. Kart. 14,90 €
..., Das Ende von allem? Neun Betrachtungen und ein Essay. Reclam 2023. 88 S. Kart. 7,00 €
u.a. Fernsehabend / Bargeld / Gelehrsamkeit / Stierkampf / Fußball-Kämpfer / Geisteswissenschaften
Hans Ulrich Gumbrecht und René Scheu: Sechzehn Intellektuelle des langen 20. Jahrhunderts. Turia + Kant 2022. 143 S. Kart. 22,00 €
Das 20. Jahrhundert war nicht kurz, wie manche geschrieben haben, sondern lang, ja sehr lang. Denn wenn wir heute auf es zurückblicken, erkennen wir die bleibenden Lebensleistungen von Intellektuellen, wie es sie im 21. Jahrhundert kaum mehr gibt. Sie haben gehadert, sie haben geschuftet, sie haben geschrieben und gelebt, vor allem aber ragten sie heraus - und ragen hinein bis in unsere Zeit: von Martin Heidegger bis Jacques Derrida, von Michel Foucault bis Judith Butler. Hans Ulrich Gumbrecht hat viele von ihnen gekannt. In persönlichen Profilen zeichnet der Stanford-Professor, selbst einer der eminenten Denker der Gegenwart, deren Denk- und Lebenswege nach. Damit liefert er stilistisch brillante Skizzen zu einer spannenden intellektuellen Geschichte des nicht enden wollenden vergangenen Jahrhunderts.
Zukunft des Staates - Staat der Zukunft. Herausgegeben von Hans Ulrich Gumbrecht und René Scheu. Reclam 2021. 116 S. Kart. 6,00 €
Was soll der Staat regeln - was nicht? Dieser Band dokumentiert eine von Hans Ulrich Gumbrecht und René Scheu angeregte Debatte.
Baltasar Gracián: Handorakel und Kunst der Weltklugheit. Hrsg. und Übers. von Hans Ulrich Gumbrecht. Reclam 2020. 302 S. Hln 28,00 €
Weitere Buchhinweise folgen.
Zahlreiche Titel von Hans Ulrich Gumbrecht befinden sich im Sortimernt und liegen ein paar Tage vor der Veranstaltung auf einem Büchertisch.
Weder für das Lesen noch für das Schreiben habe er eine Leidenschaft, behauptet Hans Ulrich Gumbrecht, und doch gehört er zu den bedeutendsten und produktivsten Geisteswissenschaftlern der Gegenwart. In ironischer Halbdistanz blickt der emeritierte Stanford-Professor auf mehr als ein halbes Jahrhundert Lebensgeschichte zurück. Alles beginnt 1948 im zerbombten Würzburg, aber schon bald lockt ihn sein Ehrgeiz auf eine atemberaubende Reise rund um den Globus. Am berühmten Lycée Henri IV eifert er im Paris der 1960er Jahre dem Habitus französischer Intellektueller nach, in Salamanca beginnt er zu schreiben, an der Copacabana spürt er die Präsenz der Vergangenheit und im Silicon Valley erlebt er die Geburt einer neuen Form des Denkens.
Mit charmanter Unbescheidenheit und in strahlender Intensität beschwört Gumbrecht Szenen für die Ewigkeit herauf: einen Sündenfall vor der Erstkommunion, Lunch mit Michel Foucault, drei Sätze mit Neymar, eine Gefängnisnacht in San José und einen Puma im Schnee der Anden. So entsteht das Bild eines Intellektuellenlebens, dessen Kraft sich am Ende nicht in abstrakten Urteilen verdichtet, sondern in einem Namen, der diesseits und jenseits des Atlantiks leicht über die Lippen geht: Sepp.
Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht, geboren 1948, ist emeritierter Albert Guérard Professor in Literature an der Stanford University, Distinguished Professor of Romance Literatures an der Hebrew University, Jerusalem, und Distinguished Professor Emeritus an der Universität Bonn. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Kulturpreis der Stadt Würzburg.
Bücher von Hans Ulrich Gumbrecht - eine kleine Auswahl
Hans Ulrich Gumbrecht: 1926. Ein Jahr am Rand der Zeit. Suhrkamp 2025. 554 S. Kart. 30 €
---, Leben der Stimme. Ein Versuch über Nähe. 2025. 268 S. Geb. 30,00 €
Gesellschaftliches Leben findet seit Menschengedenken primär im Medium der Stimme statt. Daran haben auch die epochalen Erfindungen von Schrift und Buchdruck oder elektronische Technologien nichts geändert. Vielleicht erklären die Unvordenklichkeit der Stimme und ihre elementare Funktionsvielfalt, warum die Geistes- und Kulturwissenschaften sie weitgehend übersehen haben. In Leben der Stimme unternimmt Hans Ulrich Gumbrecht entschlossene Denkschritte in diesem komplexen Bereich menschlicher Existenz.
Mit großem Respekt vor der ungeordneten Allgegenwart des Phänomens, aber nicht ohne klare begriffliche Unterscheidungen erhellt er in den sieben Kapiteln dieses faszinierenden Buches die Bedeutung und den Status der Stimme aus historischer, philosophischer, psychologischer, soziologischer und theologischer Perspektive. Jenseits akademischer Vermessungen ergibt sich daraus ein Impuls zu persönlicher Reflexion über unerschlossene Schichten von Nähe im individuellen Alltag.
…, Präsenz. Suhrkamp 2012. 360 S. Kart. 24,00 €
…, »Prosa der Welt« Denis Diderot und die Peripherie der Aufklärung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Mit zahlreichen Abbildungen.Suhrkamp 2020. 400 S. Geb. 36,00 €
Entlang von Szenen aus Diderots bewegtem und bewegendem Leben und in genauen Lektüren seiner Schlüsselwerke geht Hans Ulrich Gumbrecht in seinem Buch dieser Frage nach und entwickelt einen neuen Zugang zu diesem außergewöhnlichen Intellektuellen. Als Kontrastfolie dient ihm dabei das Systemdenken Hegels, der von Diderots Texten ebenso irritiert wie fasziniert war und sie unter den Begriff einer »Prosa der Welt« brachte.
Gumbrecht zeigt, wie radikal sich Diderot auf die Konkretheiten und Kontingenzen der Welt eingelassen hat und dadurch ins Zentrum einer intellektuellen Peripherie gelangt ist, in die es noch andere zog: Goya zum Beispiel, aber auch Lichtenberg und Mozart. Die Denkbewegungen dieser Peripherie erreichen uns heute als die von Zeitgenossen.
…, Die Macht der Philologie. Über einen verborgenen Impuls im wissenschaftlichen Umgang mit Texten. Suhrkamp 2004. 140 S. Kart. 14,90 €
..., Das Ende von allem? Neun Betrachtungen und ein Essay. Reclam 2023. 88 S. Kart. 7,00 €
u.a. Fernsehabend / Bargeld / Gelehrsamkeit / Stierkampf / Fußball-Kämpfer / Geisteswissenschaften
Hans Ulrich Gumbrecht und René Scheu: Sechzehn Intellektuelle des langen 20. Jahrhunderts. Turia + Kant 2022. 143 S. Kart. 22,00 €
Das 20. Jahrhundert war nicht kurz, wie manche geschrieben haben, sondern lang, ja sehr lang. Denn wenn wir heute auf es zurückblicken, erkennen wir die bleibenden Lebensleistungen von Intellektuellen, wie es sie im 21. Jahrhundert kaum mehr gibt. Sie haben gehadert, sie haben geschuftet, sie haben geschrieben und gelebt, vor allem aber ragten sie heraus - und ragen hinein bis in unsere Zeit: von Martin Heidegger bis Jacques Derrida, von Michel Foucault bis Judith Butler. Hans Ulrich Gumbrecht hat viele von ihnen gekannt. In persönlichen Profilen zeichnet der Stanford-Professor, selbst einer der eminenten Denker der Gegenwart, deren Denk- und Lebenswege nach. Damit liefert er stilistisch brillante Skizzen zu einer spannenden intellektuellen Geschichte des nicht enden wollenden vergangenen Jahrhunderts.
Zukunft des Staates - Staat der Zukunft. Herausgegeben von Hans Ulrich Gumbrecht und René Scheu. Reclam 2021. 116 S. Kart. 6,00 €
Was soll der Staat regeln - was nicht? Dieser Band dokumentiert eine von Hans Ulrich Gumbrecht und René Scheu angeregte Debatte.
Baltasar Gracián: Handorakel und Kunst der Weltklugheit. Hrsg. und Übers. von Hans Ulrich Gumbrecht. Reclam 2020. 302 S. Hln 28,00 €
Weitere Buchhinweise folgen.
Zahlreiche Titel von Hans Ulrich Gumbrecht befinden sich im Sortimernt und liegen ein paar Tage vor der Veranstaltung auf einem Büchertisch.