Julia, laß das!  Arno Schmidts Zettelkasten zu Julia, oder die Gemälde - vorgestellt mit Lichtbildern von Susanne Fischer

„Ich ziehe mich nunmehr in andere Bereiche zurück – hoffentlich gelingts noch einmal – wenn’s wird, wird’s ebbes Kurioses werden“, teilte Arno Schmidt seinem Lektor Ernst Krawehl mit, als er die Niederschrift des Romans Julia, oder die Gemälde begann. Nach dem Tod des Autors am 3. Juni 1979 blieb ein Fragment zurück – und ein Zettelkasten mit 13 339 Notizzetteln zum Roman.

Wie wäre das Buch weitergegangen, was lässt sich aus den Zetteln schließen? Susanne Fischer hat das gesamte Material erkundet und zeigt, wie der Autor mit seinen Notizen arbeitete. Sie präsentiert Hunderte von Beispielen aus allen Themenbereichen des geplanten Romans. Witzige Sentenzen im typischen Schmidt-Ton finden sich ebenso darunter wie Befremdliches und Rätselhaftes. Vor allem überrascht die Dominanz der Sexualität in den Notizen, obwohl es dort  über das Sexuelle auch heißt: „je mehr ich darüber nachdenke, je weniger sagt es mir zu“ (Zettel 8 081).

Die Autorin berichtet über die Arbeitsweise Arno Schmidts, zeigt Aufnahmen von seinem letzten Arbeitsplatz und stellt die Abteilungen des Zettelkastens mit vielen Zettel-Beispielen vor. 

Julia, laß das! Arno Schmidts Zettelkasten zu Julia, oder die Gemälde. Suhrkamp 2021. 120 S. Kart. 30,00 € (erscheint Ende September 2021)

Arno Schmidt: Julia, oder die Gemälde/Scenen aus Novecento. Bargfelder Ausgabe - Werkgruppe IV/4. Suhrkamp 1992. 140 S. Geb. 72,00 € / Kart. 24,80 €

Susanne Fischer ist Geschäftsführerin der Arno Schmidt Stiftung. Sie ist u.a. Mitherausgeberin der Bargfelder Ausgabe der Werke Arno Schmidts und Herausgeberin der Tagebücher von Schmidts Ehefrau Alice. 2013 wurde sie mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet. Susanne Fischer lebt in einem kleinen Dorf bei Celle.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Arno-Schmidt-Stiftung.

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