Dienstag, 05.05.2020, 20 Uhr

Der Triumph des Gedichts. Paul Celans Zyklus der „Jerusalem-Gedichte“ -  gelesen und erläutert von Prof. Dr. Bernd Witte
                             

Im Oktober 1969, fünf Monate vor seinem Tod, reiste Paul Celan auf Einladung seiner Jugendfreundin Ilona Shmueli zum ersten Mal nach Israel. Der Besuch in Tel Aviv und Jerusalem wurde für ihn zum Anlass, sich mit der israelischen Realität auseinanderzusetzen, aber zugleich auch zu einer Wiederbegegnung mit seiner Jugend in Czernowitz. Nach seiner Rückkehr nach Paris reflektierte er seine Erfahrungen in zahlreichen Briefen an die Geliebte, die fast immer von Gedichten begleitet waren. Im Gegensatz zu der oft pessimistischen oder gar verzweifelten Perspektive der Briefe, kommt in den Gedichten eine andere, eine innere Wirklichkeit zur Sprache, in der die dichterische Sprache einen neuen Horizont eröffnet, der nicht – wie sonst in Celans Texten fast durchgängig – unter dem „Neigungswinkel des Todes“ steht.

Bernd Witte: Studium der Germanistik, Gräzistik und Philosophie in Münster,Tübingen und Paris. Promotion in Gräzistik 1966. Von 1967-1972 Lektor, später maître-assistant an der Sorbonne (Paris). 1976 Habilitation. Seit 1994 Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft; von 2002 bis 2006 Dekan der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, seit 2010 emeritiert. Gastprofessuren u.a. in den USA, Israel und Frankreich.

Bernd Witte war viele Jahre Präsident der Internationalen Walter-Benjamin-Gesellschaft, deren Ehrenpräsident er jetzt ist.

Zahlreiche Publikationen u.a. zu Goethe und zur deutsch-jüdischen Literatur

Bernd Witte ist gemeinsam mit Paul Mendes-Flohr Herausgeber der Martin Buber Werkausgabe im Auftrag der Philosophischen Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und der Israel Academy of Sciences and Humanities


 

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