Donnerstag, 05.03.2020, 20 Uhr

„Von oben“ – Sibylle Lewitscharoff stellt ihren Roman vor

Eintritt: 15 € / Schüler, Auszubildende und Studenten: 10 € 

„Vor dem Tod. Nach dem Tod. Das sind zwei grundverschiedene Arten, die eigene Existenz zu erfahren und auf sie zu blicken. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin oben.“ Aus der Vogelperspektive blickt Sibylle Lewitscharoffs unbehauster Erzähler hinab auf sein eigenes Grab, die hinterbliebenen Freunde und Nachbarn, auf Fremdes und Vertrautes in der unter der Hitze stöhnenden Stadt. Körper- und willenlos driftet er durch den Himmel über Berlin, erscheint mal hier, mal dort, ein stiller Beobachter, Zeuge von Schönem und Schrecklichem, mit übernatürlicher Hör- und Sehkraft begabt, doch zur Handlungsunfähigkeit verdammt. Seine Erinnerungen sind lückenhaft, seine Zukunft ungewiss. Was darf er hoffen, was muss er fürchten: Hölle? Fegefeuer? Himmlisches Paradies?

Furchtlos befragt Sibylle Lewitscharoff – „mit allen Wassern gewaschene Schleusenwärterin zwischen Diesseits und Jenseits“(Süddeutsche Zeitung) – in ihrem neuen Roman unsere Gottes- und Seinsvorstellung, unsere Wahrnehmung von Ich und Welt, von Leben und Sterben. Am Ende dieser kühnen Seelenreise durch das Berlin der Gegenwart, in das Zwischenreich der Lebenden und Toten löst sich jede Ordnung auf: Sie mündet in eine fiebrige Apotheose, die eine überraschende Selbsterkenntnis bereithält.

Sibylle Lewitscharoff: Von oben. Roman. Suhrkamp 2019. 240 S. Geb. 24 €

„ ... ein fulminanter Roman, der wie eine Summe vieler Themen aus Sibylle Lewitscharoffs Literatur wirkt und der Pathos gleichermassen erzeugt, wie er es vernichtet.“ Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

„Es ist eine Poetik des Vertikalen, in der alles in die Höhe, ins Planetarische, Lunare und Stellare strebt.“ Richard Kämmerlings, Die literarische Welt

Sibylle Lewitscharoff „arbeitet an einer neuen Verzauberung der Welt, an einer Poetik der Hoffnung in einer von Dauerkrisen erschütterten Spätmoderne.“ Björn Hayer, Die Presse

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