Dienstag, 29.10.2019, 20 Uhr

Arno Schmidts Stanley-Ellin-Übersetzung „Sanfter Schrecken“ - vorgestellt von Bernd Rauschenbach

Diese Veranstaltung wird gefördert von der Arno-Schmidt-Stiftung.
 
Bernd Rauschenbach studierte Germanistik und Bibliothekswissenschaften an der Technischen Universität Berlin. Seit 2001 ist er geschäftsführender Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung. Er ist Mitherausgeber der Bargfelder Ausgabe der Werke Arno Schmidts.

Stanley Ellin: Sanfter Schrecken. 10 ruchlose Geschichten. Herausgegeben von Bernd Rauschenbach.   Mitarbeit: Ellery Queen. Übersetzung: Arno Schmidt. Suhrkamp 2019. 304 S. Geb. 22 €  

Der Restaurant-Chef, der seinen Stammgästen ab und zu als Spezialität des Hauses einen der Ihren serviert; der kleine Angestellte, der für seinen mächtigen Chef einen Quälgeist aus dem Hochhausfenster fallen lässt; der schizophrene Schachspieler, der die Züge der weißen Figuren ebenso dem anderen überlässt wie den Mord an seiner Frau: scheinbar harmlose Mitbürger allesamt, deren verborgene Abgründe der amerikanische Kriminalschriftsteller Stanley Ellin in zehn Geschichten vorsichtig und fast liebevoll beleuchtet.

Eigentlich mochte Arno Schmidt das Krimi-Genre nicht besonders, aber als ihm 1960 ein Band mit Kurzgeschichten Stanley Ellins zur Übersetzung angeboten wurde, zögerte er nicht – und urteilte ein Jahr später in seinem Essay Die 10 Kammern des Blaubart über den amerikanischen Kollegen: „Falls es ihm gelingen sollte, (und in diesen 10 Geschichten zeigen sich unverächtliche Ansätze), zum Tiefsinn seiner Fabeln und der schlechthin vorbildlich knappen Konstruktion sich auch noch eine dichterische Sprache zu erarbeiten – ja, dann könnte es sein, daß wir binnen kurzem einen neuen, wiederum amerikanischen, Poe begrüßen dürfen. Zeit wäre es.“

„Die Neuedition ist nicht nur eine Kuriosität für Arno Schmidt-Fans, sondern auch eine Wiederentdeckung des in Deutschland halb vergessenen Ellin.“ Nicolas Freund, Süddeutsche Zeitung Nr. 92

„Die deutsche Schrecken-Ausgabe, nun neu veröffentlicht, ist etwas für literarische Gourmets.“ Roland Gutsch, nordkurier.de


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