Marcel Beyer: "Sag mir, wo die Buchstaben sind"

Moderation: Thomas Fechner-Smarsly

Ein Akustiker in den Diensten von Goebbels, ein Krähenkundler in der DDR, ein kulturkritischer Philosoph, den Tränen nahe angesichts des 68-er Tumults, ein holländischer Kindsänger, süß wie Büchsenmilch und Liebling aller deutschen Großmütter – wohl kein anderer Schriftsteller hat die Vor- und Frühgeschichte wie die Gegenwart der Bundesrepublik einem derart befremdenden Blick unterzogen. Marcel Beyer, könnte man sagen, betreibt in seinen Romanen und Essays eine besondere Form der literarischen Verhaltensforschung. Dabei wird die Frage der Übermittlung des Beobachteten stets mitgedacht. Ob Volksempfänger, Tagesschau oder Putins alter Dresdner Briefkasten: Medien machen einen Unterschied, aber welcher wäre das genau?

Marcel Beyer, Büchner-Preisträger des Jahres 2016, 1965 im Südwesten geboren, nun schon lange im Osten, genauer: in Dresden lebend, ist gegenwärtig Thomas-Kling-Poetikdozent an der Universität Bonn. Mit Thomas Kling verband Beyer nicht nur eine langjährige Freundschaft, sondern auch das genaue Reflektieren von Sprach- und Sprechhaltungen. Im Gespräch mit Thomas Fechner-Smarsly stellt Marcel Beyer neue Gedichte und seinen großen Essay „Das blindgeweinte Jahrhundert“ vor.

Veranstalter: Literaturhaus Bonn und Buchhandlung Böttger


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