Reise nach Karabach - Aka Morchiladze stellt seinen Roman vor und spricht mit Zurab Karumidze über georgische Literatur

Moderation: Barbara Weidle

Aka Morchiladze: Reise nach Karabach
. Roman. Aus dem Georgischen von Iunona Guruli. Gefördert vom Georgian National Book Center. Bonn, Weidle 2018. 176 S. Fadengeheftete Broschur (Einbandillustration unter Verwendung eines Gemäldes von Karlo Kacharava) 20,00 €

Tiflis 1992: Die Regierung von Swiad Gamsachurdia ist zerbrochen, der Präsident außer Landes geflohen. Es herrscht Anarchie, paramilitärische Einheiten der Sakartwelos Mchedrioni (Georgische Reiter) patrouillieren durch Tiflis. 
In dieser Situation läßt sich der junge Georgier Gio von seinem ausgeflippten Freund Goglik dazu überreden, in seinem alten Lada mit ihm nach Aserbaidschan zu fahren. Dort wollen sie günstig Drogen einkaufen und nach Georgien schmuggeln. Der Plan ist, noch am selben Abend zurück zu sein. Die Verhältnisse in der Region sind jedoch verworren, Bürgerkrieg und Chaos erschweren und erleichtern zugleich ihr Vorhaben. Gio und Goglik müssen zahlreiche Grenzen – darunter auch semioffizielle – passieren, Mittelsmänner aufsuchen und zu allem Überfluß den richtigen Weg durchs dunkle Niemandsland finden. Als sie die Orientierung völlig verloren haben und plötzlich auf sie geschossen wird, nimmt der Ausflug eine spannende Wendung …

Das Roadmovie wird zum Kriegsfilm.

Der meistgelesene georgische Roman der letzten Jahrzehnte.

Aka Morchiladze, 1966 in Tiflis geboren, ist einer der meistgelesenen Autoren Georgiens. Er studierte Georgische Geschichte an der Staatlichen Universität Tiflis; anschließend lehrte er dort als Dozent. Außerdem arbeitete er viele Jahre als Journalist. Insgesamt veröffentlichte er zwanzig Romane und drei Sammlungen mit Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in Georgien zu Bestsellern und teilweise verfilmt – so auch Reise nach Karabach. Aka Morchiladze wurde fünfmal mit dem wichtigen georgischen Literaturpreis Saba ausgezeichnet, zuletzt 2012. Die Originalausgabe von Reise nach Karabach erschien 1992.

Zurab Karumidze (geb. 1957) ist einer der bekanntesten Autoren Georgiens. Sein Werk umfaßt Romane, Kurzgeschichtensammlungen,Novellen sowie ein Buch über Jazz, das den wichtigen georgischen Literaturpreis SABA gewann. Darüber hinaus ist er Herausgeber und Mitherausgeber einiger Essaybände über die georgische Politik und Kultur.
Zurab Karumidze lebt in Tiflis und ist als außenpolitischer Berater der georgischen Regierung tätig.
Der Roman erschien zuerst 2011 in Tiflis. Er wurde in englischer Sprache geschrieben, eine Übertragung ins Georgische gibt es (noch) nicht. Bislang wurde er lediglich ins Türkische übersetzt.
Zurab Karumidze hat seinen Roman "Dagny oder Ein Fest der Liebe" am 16. Oktober 2017 in der Buchhandlung vorgestellt.

Iunona Guruli, 1978 in Tiflis geboren,  lebt seit 1999 in Deutschland. Ihr Erzählungsband Die Diagnose bekam 2016 den Saba-Preis für das beste literarische Debüt und wird im Herbst 2018 auch auf deutsch erscheinen. Sie ist die Übersetzerin von Aka Morchiladzes Roman "Reise nach Karabach".
 
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Weidle Verlag: http://www.weidleverlag.de/

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